Klimawandel-Indikatoren auf neuem Rekordhoch

Auch die Ökosysteme der Feuchtgebiete sind in Gefahr
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Die Weltwetterorganisation WMO zeigte in einem kürzlichen Bericht auf: Die vier wichtigsten Indikatoren des Klimawandels – Treibhausgaskonzentration, Anstieg des Meeresspiegels, Erwärmung der Ozeane und Versauerung der Meere – erreichten im letzten Jahr neue Rekordwerte.

Die Weltwetterorganisation WMO zeigte in einem kürzlichen Bericht auf: Die vier wichtigsten Indikatoren des Klimawandels – Anstieg des Meeresspiegels, Erwärmung der Ozeane, Versauerung der Meere und Treibhausgaskonzentration – erreichten im letzten Jahr neue Rekordwerte.

Dies sei ein weiteres Zeichen dafür, dass menschliche Aktivitäten globale, langfristig anhaltende Veränderungen an Ökosystemen verursachen, die schädliche Konsequenzen nach sich ziehen. 

Kernaussagen des Berichts

  • Während die Treibhausgaskonzentrationen im Jahr 2020 mit 413,2 ppm oder 149 % des vorindustriellen Niveaus einen vorläufig neuen globalen Höchststand erreichten, stiegen diese auch im Jahr 2021 und Anfang 2022 weiter an. So betrug der monatliche CO2-Durchschnitt im April 2022 420,23 ppm.
  • Die oberen 2000 Meter desOzeans haben sich 2021 weiter erwärmt, während die Erwärmung zeitgleich in immer tiefer Schichten vordringt. Eine Veränderung, die laut Bericht auf hundert- bis tausendjährigen Zeitskalen unumkehrbar ist. In weiten Teilen des Ozeans gab es als Folge dessen im Jahr 2021 mindestens eine "starke" Hitzewelle.
  • Auch die Versauerung der Ozeane nimmt weiter zu, mit weitreichenden negativen Folgen für die Organismen und Ökosystemleistungen im Meer. Der Weltklimarat IPCC kam dahingehend in seinem Klimabericht anfang diesen Jahres zu dem Ergebnis, dass der pH-Wert an der Oberfläche des offenen Ozeans mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit so niedrig und damit die Versauerung so hoch ist, wie seit mindestens 26.000 Jahren nicht mehr.
  • Der mittlere globale Meeresspiegel hat 2021 einen neuen Rekordwert erreicht, der vor allem auf den beschleunigten Verlust von Eismasse aus den Eisschilden zurückzuführen ist.
  • Viele Teile der Welt waren im letzten Jahr von Dürre betroffen. Das Zusammentreffen von Konflikten, extremen Wetterereignissen und wirtschaftlichen Schocks verringerte die bisherigen Fortschritte der Verbesserung der weltweiten Ernährungssicherheit. Immer mehr Länder sind in Folge dessen von Hungersnöten bedroht. Von der Gesamtzahl der unterernährten Menschen im Jahr 2020 lebten mehr als die Hälfte in Asien (418 Millionen) und ein Drittel in Afrika (282 Millionen). Damit zusammenhängend nahm auch die Zahl an klimabedingten Vertreibungen zu. Die Länder mit den höchsten Vertreibungszahlen waren im Jahr 2021 China (mehr als 1,4 Millionen), die Philippinen (mehr als 386.000) und Vietnam (mehr als 664.000).  

Auch Deutschland trägt zur Umweltzerstörung bei

Auch Deutschland trägt einen Teil zu diesen Entwicklung bei. So zeigt ein aktueller Bericht von UNICEF: In Deutschland ist der Ressourcenverbrauch zu hoch. Würden alle Menschen so viel konsumieren wie die Deutschen, würden im Weltmaßstab 2,9 Erden benötigt. Dabei sind insbesondere die Kohlenstoffdioxid-Emissionen in wohlhabenden Ländern ein Problem. So erzeugen die im Report von UNICEF betrachteten 39 Länder der OECD und der europäischen Union im Schnitt pro Jahr neun Tonnen CO2 pro Person. Zwar verpflichteten sich im Jahr 1997 die Industrie- und Schwellenländer im Kyōto-Protokoll dazu, ihre Treibhausgasemissionen zu senken. Seitdem haben die vier Länder mit den höchsten Emissionen – Australien, Kanada, Luxemburg und USA – allerdings mehr als 380 Tonnen CO2 pro Einwohner ausgestoßen, während in Chile, Costa Rica, Lettland, Litauen, Mexiko und der Türkei die Emissionen unter 100 Tonnen blieben. Deutschland verursachte in diesem Zeitraum 234 Tonnen CO2 pro Einwohner. 

Machen Sie mit beim Schutz der Erde und des Klimas! Reduzieren oder kompensieren Sie Ihre CO2-Emissionen und schützen Sie wertvolle Ökosysteme

Quellen:

WMO: The state of the global climate

UNICEF: Places and Spaces. Environments and children’s well-being

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