Fünf Jahre nach dem Pariser Abkommen

Fabrik in Industriegebiet stößt Rauch aus
Treibhausgasemissionen
Logo des Naturefund Blue Planet Certificate
Um die Hauptziele des Pariser Abkommens zu erreichen, ist eine deutliche Reduzierung der globalen Treibhausgasemissionen erforderlich, idealerweise um etwa 40-50% bis 2030.

Frist der Ziele rückt immer näher

Die aktuelle Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen seitens der Nationalstaaten ist nach wie vor unzureichend und würde die Emissionen bis 2030 nur um etwa 5,5% reduzieren. Auch wenn die UN-Klimakonferenz COP26 auf nächstes Jahr verschoben ist, rückt die Frist der Paris-Ziele immer näher. Aus wissenschaftlicher Sicht müssten die weltweiten Emissionen um 40%-50% reduziert werden, um das globale Ziel des Klimaabkommens kostenoptimal erreichen zu können. In ihren zugesagten nationalen Beiträgen (nationally determined contributions, NDCs) sind alle Staaten aufgefordert darzulegen, wie sie die Ziele erreichen werden. Die Länder sind aufgefordert, ihre zugesagten NDCs vor der nächsten COP im Jahr 2021 zu aktualisieren.

Ein internationales Forschungsteam hat jetzt die wichtigsten Klimaschutzpolitiken in sieben G20-Ländern und -Regionen analysiert, mit Fokus auf Brasilien, China, der Europäischen Union, Indien, Japan, der russischen Förderation und den Vereinigten Staaten. In ihrer Studie stellen sie fest, dass in allen Ländern eine große Lücke klafft zwischen den tatsächlichen Effekten der umgesetzten Klimamaßnahmen und den vom Pariser Abkommen geforderten Reduktionen.

Derzeit nur Reduktion der Emissionen um 5,5 Prozent

Unter Einbezug mehrerer Computersimulationen kommen die Forscher zu dem Ergebnis, dass die aktuell laufenden Klimaschutzmaßnahmen der untersuchten G20 Staaten bzw. Regionen die Treibhausgasemissionen bis 2030 nur um 2,5 bis 5 Gigatonnen CO2-Äquivalent reduzieren würden. Das entspricht einer Reduktion von 5,5% im Vergleich zu einer Situation, in der gar keine Klimamaßnahmen und -ziele umgesetzt würden.

Aber nicht nur die tatsächlichen Emissionsminderungen bleiben deutlich hinter den Zielen zurück. Auch die zugesagten Beiträge (NDCs) der sieben untersuchten großen Länder und Regionen werden nicht ausreichen: Sogar wenn diese vollständig umgesetzt würden, brächte das eine zusätzliche Reduktion von nur etwa 5 bis 10 Gigatonnen CO2-Äquivalent, was einer Emissionsreduktion von etwa 17% bis 2030 entspricht, verglichen mit einem Szenario ohne Emissionsreduktionen.

Obwohl die Studie damit einerseits zeigt, dass politische Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden, zeigt sie auch eine erhebliche Lücke zwischen dem Pariser Ziel und den zugesagten Anstrengungen der Länder sowie eine noch größere Lücke hinsichtlich der tatsächlich umgesetzten Maßnahmen auf. Doch jede Verzögerung bei der Umsetzung wird entweder zu steigenden Zusatzkosten oder sogar zum Scheitern des Pariser Ziels führen.

Hier geht es zum Artikel

Hier geht es zur Studie

»