Besorgniserregender Zustand der globalen Wasserressourcen

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Dürren, tiefe Wasserstände und Überschwemmungen: Die steigenden Temperaturen bringen den Wasserkreislauf durcheinander. Der Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) über den Zustand der globalen Wasserressourcen zeigt, dass 2022 in weiten Teilen der Welt trockene Bedingungen vorgeherrscht haben

Wasserkreislauf nicht mehr im Gleichgewicht

Der Wasserkreislauf der Erde gerät laut dem Bericht der WMO aus dem Gleichgewicht. Ursachen dafür sind der Klimawandel und menschliche Aktivitäten. "Steigende Temperaturen haben den Wasserkreislauf beschleunigt – und auch gestört. Eine wärmere Atmosphäre speichert mehr Feuchtigkeit. Es kommt zu viel stärkeren Niederschlägen und Überschwemmungen. Und im entgegengesetzten Extrem gibt es mehr Verdunstung, trockene Böden und intensivere Dürren.", so WMO-Chef Petteri Taalas. So waren mehr als zwei Drittel der untersuchten Gebiete im Jahr 2022 deutlich trockener als in den vorangegangenen 30 Jahren. Als Folge nahm die Bodenfeuchte ab, der Grundwasserspiegel sank und Flüsse trugen im Jahresdurchschnitt weniger Wasser.

Trockenheit und Überschwemmungen – zwei auftretende Extreme

Große Trockenheit herrschte im letzten Jahr beispielsweise in Südamerika und auch am Horn von Afrika, wo 36 Millionen Menschen von der extremen Dürre betroffen waren und immer noch sind. Diese beeinträchtigte die Ernährungssicherheit von 21 Millionen Menschen, darunter rund 5 Millionen akut unterernährte Kinder. Auch das Jangtse-Becken in China wurde von einer schweren Dürre heimgesucht, ebenso Teile der USA und Regionen entlang der Donau und des Rheins. Hohe Verdunstungsraten haben hier zu einem erheblichen Rückgang der Wasserstände von Seen und Flüssen geführt. Der Schnee in den Alpen, in den Anden in Südamerika und anderen hoch gelegenen Gebieten blieb zudem unter dem langjährigen Mittel, was zu einem geringeren Abfluss in Flüsse und damit ebenfalls einem Rückgang der Wasserstände führte. Weltweit hatten laut Bericht der WMO 3,6 Milliarden Menschen und damit mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung mindestens einen Monat im letzten Jahr nicht genügend Trinkwasser zur Verfügung. Die Zahl werde bei den derzeitigen Entwicklungen bis 2050 auf mehr als fünf Milliarden Menschen steigen.

Demgegenüber standen im letzten Jahr Überschwemmungen insbesondere in Afghanistan und Pakistan, unter denen 33 Millionen Menschen litten, aber auch in Indien und Bangladesch mit 7 Millionen Betroffenen. Auch in größeren Gebiete um den afrikanischen Fluss Niger und in den Küstenregionen Südafrikas kam es zu überdurchschnittlichen Abflüssen und großen Überschwemmungen.

Wassermanagement muss verbessert werden

Um den derzeitigen Entwicklungen entgegenzuwirken und genügend Trinkwasser zur Verfügung zu stellen, muss das Wassermanagement laut WMO verbessert werden. So verbrauche beispielsweise die Landwirtschaft 70 % des Wassers und müsse dringend sparsamer werden. Daneben ist aber auch die Begrenzung der globalen Erderwärmung von entscheidender Bedeutung, die den Wasserkreislauf entscheidend aus dem Gleichgewicht bringt. Wichtig ist dabei, noch intakte Ökosysteme als Kohlenstoffsenken zu erhalten und zeitgleich zerstörte Ökosysteme wieder zu renaturieren. Daneben kann auch jeder seinen Beitrag zu einer klimaschonenden Lebensweise leisten, indem der Ausstoß von Treibhausgasen reduziert und nicht vermeidbare Emissionen kompensiert werden. Möglich ist dies beispielsweise über Klimazertifikate wie das Blue Planet Certifcate, bei dem mit der Kompensationsleistung intakte Ökosysteme wie Moore oder Wälder bewahrt und degradierte Ökosysteme wieder aufgebaut werden.

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Quellen:

WMOGoethe-Universität Frankfurt am Main

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